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Der Fensterputzer - Bergbau in Sulzbach-Rosenberg

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Putzteufel im Pulverrausch: Schores „feuriges“ Missgeschick
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Der Fensterputzer im Möllerwagen
 
Der Möllerwagen war ein echtes Arbeitstier: Ein Schienenfahrzeug, das Erze, Koks und allerlei Zusätze vom Bunker zum Hochofen kutschierte. Früher wurde er von einem Kollegen gesteuert, später erledigte das Ganze der Computer ganz allein. Eine Putzfrau hatte dieses Gefährt allerdings nie von innen gesehen. Wenn es also gar nicht mehr ging, mussten die Fahrer selbst ran.

Einer von ihnen hieß Schore – so nennt man den Georg im Sulzbacher Dialekt.

Eine staubige Überraschung
Eines Tages kam der Konrad vom Hochofen mit einer neuen schriftlichen Anweisung zum Möllerwagen. Wie immer zog er die schwere eiserne Kabinentür auf – und zuckte erst einmal zusammen.

„Ja Schore, wos is denn bei dir passiert? Bei dir schauts ja aas, wai wenn da Pirner Müllner an Sack Mehl eigschitt haid!“

Der Schorre, eher klein gewachsen und komplett weiß eingestäubt, grinste etwas verlegen: „I wollt halt d’Fenster putz’n“, erklärte er. „Und wai i niad om affe kumma bin, hob i an Stuhl gnumma. Und wai des aa niad glangt hod, bin i auf’n Feuerlöscher afegstieng. Des woa a Fehla!“

Der Feuerlöscher übernimmt das Kommando
Der Feuerlöscher ging nämlich prompt los – und dem Schore blieb nur die Flucht.
„Dea Krippl hot nimma aufghead, bis er leer woa. I bin blous nu asse! I woiß doch niad, wai ma den oostellt!“

Der Fahrerraum wurde, dank des Missgeschicks, tatsächlich wieder einmal gründlich gereinigt. Es gab am Hochofen überall Anschlüsse für Druckluft. Damit hat der Schore seinen Arbeitsplatz wieder saubergeblasen und danach auch noch die Fenster geputzt.

Spurenbeseitigung im Hüttenwerk
So war das ganze Malheur beseitigt, ohne dass es groß bekannt wurde. Reinigung mit Druckluft war im Hochofenbereich üblich. Denn überall sammelte sich Staub und Dreck vom Verhüttungsprozess an. Das sieht man auf dem nachstehenden Bild ganz deutlich. Der Möllerwagen musste außen fast jeden Tag abgeblasen werden, da fiel das Feuerlösch-Pulver aus dem Führerstand gar nicht auf.

© Konrad Pilhofer 2026
Bild: Archiv Konrad Pilhofer
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